Damals Diplomatenstrand – heute Endstation

21. Mai 2015

Wenn ich mich erinnere an Garambuli, den wir Expatriates auch den „Diplomatenstrand“ (in meinem Buch Kapitel „Diplomatischer Reifenwechsel“ auf Seite 290) nannten, weil nur Allrad-Autos an diesen Strand kamen (und die waren eben nur im Besitz von Delegierten), kommen mir die Tränen, wie schnell sich unsere „moderne“ Zeit – und schockierender Weise in entgegengesetzte Richtung – dreht: vom damals international hofierten Staatsoberhaupt Gaddafi, zum blutrünstigen Monster.

Wo wir vor wenigen Jahren aus geschliffenen Kristallflöten Champagner, argentinischen Rotwein und Austern schlürften, uns über das „gut bezahlte Leiden auf hohem Niveau“ amüsierten, der britische Konsul gegen die französische Botschafterin Boule-Boccia spielte und der dicke spanische Landesvertreter José sich von seiner blutjungen Freundin eincremen ließ, sich vor unserer Zeit bzw. vor Gaddafis Revolution (1969) sogar gemeinsam Italiener, Araber und Juden, und Frauen in schicken Bikinis tummelten und Sekt-Orange in Strandcafes tranken, ist heute – die Endstation für Flüchtlinge

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